• Seelenklar - Talk mit Ellen Michels

    Seelenklar

    Talk mit Ellen Michels

    Ellen Michels "The Queen of Souls"

30. Sendung vom 22. März 2017

Die Verlogenheit der Mächtigen über und in Afrika

22. März 2017 Äthiopien – ein uraltes Land mit faszinierendem, tief mythischem Hintergrund, das eine große Vergangenheit und eine lange Leidensgeschichte hat. Und von dem hierzulande kaum jemand etwas weiß. Heute bei Seelenklar spricht ein ganz besonderer Gast mit Ellen Michels und Michael Friedrich Vogt. Quer-Denken.tv und ich haben die besondere Ehre, Prinz Asfa-Wossen Asserate aus Äthiopien zu begrüßen.

Äthiopien

Obwohl Äthiopien im Nordosten Afrikas nahe am roten Meer und dem Golf von Aden liegt, ist es ein Binnenland und hat keinen Zugang zum Meer, was immer ein Hemmschuh für wirtschaftliche Entwicklung ist. Ein Seehafen eröffnet ganz andere Handelsrouten und Handelsbeziehungen. Die Wasserstraße durch den Golf von Aden und weiter durch’s Rote Meer, den Suez-Kanal hoch bis Port Said am Mittelmeer ist eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Hätte Äthiopien direkten Zugang dorthin und einen großen Hafen, wäre es ein reiches Land. Doch im Südosten trennt ein langer Küstenstreifen, der zu dem kleinen Eritrea gehört Äthiopien vom Roten Meer, an der Meerenge zum Golf von Aden sitzt das noch kleinere Djibuti, un darunter trennt Somalia Äthiopien vom Golf von Aden.

Das Wort „Äthiopien“ kommt aus der uralten Sprache Amharisch, wo es “ Ityop̣p̣əya“ hieß. Die Griechen nannten es Aithiopia (Αἰθιοπία). Es war ein Kaiserreich, und zur damaligen Zeit hieß es Abessinien.

Äthiopien ist mit über einer Million Quadratkilometer fast dreimal so groß, wie die Bundesrepublik Deutschland. Es beherbergt 102 Millionen Einwohner, Tendenz steigend. Die Bevölkerungsdichte ist mit 93 Einwohnern/km2 nicht einmal halb so hoch, wie die der Bundesrepublik Deutschland mit 230 Einwohnern/km2.

Äthiopien ist ein Vielvölkerstaat. Es gibt 120 verschiedene Ethnien. Beim Index der menschlichen Entwicklung rangiert Äthiopien auf Platz 174 (Stand 2014; von insgesamt 188 bewerteten Ländern).

Es ist ein uraltes Land und hat in der Menschheitsgeschichte die herausragende Bedeutung, daß den heutigen, wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge, der moderne Mensch von hier aus seinen Besiedelungszug über die Welt begonnen hat.

In einer über 3000 jährigen, ununterbrochenen Geschichte ist Äthiopien das einizge Land Afrikas, das nie unter fremder Besatzung stand. Als einziges Land Afrikas wurde es nie zur Kolonie. Mit nur einer kurzen Ausnahme: Während des Zweiten Weltkrieges war das Kaisserreich Abessinien kurzzeitig von Italien besetzt. Äthiopien ist daher ein geheimnisvolles Land voller unglaublicher Kulturschätze, Mystik, Religionsgeschichte, sehr spirituell und tief in einem Urchristentum als Hauptreligion verankert. Ein Drittel der Bevölkerung ist muslimisch und 2,6 Prozent hängen uralten, vorchristlichen Religionen an.

Äthiopien felsenkirche von Lalibela

Die Felsenkirchen von Lalibela in Äthiopien sind elf Kirchen, die um das Jahr 1250 jeweils als Monolithen aus der umgebenden Felsformation herausgearbeitet wurden. Sie messen bis zu 800 m² und erreichen zehn Meter Höhe. Die Gebäude gehören zu den größten von Menschen aus Stein gehauenen Strukturen der Welt. Die Kirchen dienen noch immer ihrem ursprünglichen Zweck und werden von äthiopisch-orthodoxen Pilgern aufgesucht. Die Kirchen sind seit 1978 als UNESCO-Weltkulturerbe eingetragen. Bild: Wikimedia Commons, Bildlizenz: CC BY 2.0, Bildquelle: http://flickr.com/photos/86497274@N00/38849107/

Felsenkirche Äthiopien

Die Haupt- und Amtssprache des Landes ist das alte Amharisch, eine semitische Sprache (Semito-Hamitisch). Englisch ist die Bildungssprache, und wird in höheren Lehranstalten angewendet. Und Äthiopien hat noch eine eigene, alte, amharische Schrift. Äthiopien wird darin so geschrieben: ኢትዮጵያ. Heute ist Äthiopien eine parlamentariesche Bundesrepublik. Das Staatsoberhaupt ist Präsident Mulato Teschome, der Regierungschef heißt Hailemariam Desalegn. Und die „Demokratische Bundesrepublik Äthiopien“ schreibt sich auf amharisch: የኢትዮጵያ ፌዴራላዊ ዲሞክራሲያዊ ሪፐብሊክ.

Unser Gast, Prinz Asfa-Wossen Asserate (አስፋ-ዎሠን አሠርዓተ) wurde 1948 in der äthiopischen Hauptstadt als Großneffe des letzten Kaisers Haile Selassie und Urenkel der Kaiserin Menen Asfaw geboren. Er ist der Sohn des letzten Präsidenten des kaiserlichen Kronrates, Oberst Leul Ras (d.h. Herzog) Asserate Kassa und seiner Frau Leult (Prinzessin) Zuriash Worq Gabre-Iqziabher. Er ist also ein direkter Angehöriger des entthronten äthiopischen Kaiserhauses.

Die kaiserliche Dynastie Äthiopiens ist eine Salomonische Dynastie. Sie kann sich bis auf Menelik I., dem unehelichen Sohn des berühmten jüdischen Königs Salomon und der legendären Königin von Saba, der Mutter Meleniks zurückführen. Sie besuchte König Salomon in Jerusalem. Der gemeinsame Sohn wurde nach ihrer Rückkehr nach Äthiopien geboren. Er ist der Stammvater des Kaiserhauses, das in uralter Tradition von 1270 bis 1974 die Kaiser des Reiches Äthiopien stellten. Damit ist die äthiopische Fürstenfamilie eine der ältesten Herrscherdynastien. Kaiser Haile Selassie nannte sich den 225. Nachfolger König Salomons.

Mit Prinz Asserate haben wir also nicht irgendeinen adeligen Verwandten eines gestürzten Potentaten als Gast, sondern den Repräsentanten des uralten Kaisergeschlechtes eines Landes, das in ungebrochener Geschichte schon mit den Pharaonen Ägyptens zu tun hatte. Er studierte in Deutschland und erwarb 1978 mit einer historischen Arbeit zu einem Aspekt der Geschichte Äthiopiens die Doktorwürde. Vier Jahre zuvor war sein Vater bei der kommunistischen Revolution 1974 ohne Gerichtsverhandlung hingerichtet worden, die ganze Familie verhaftet. Prinz Asserate wurde verstoßen und durfte bis nach dem Sturz des grausamen Mengistu-Regimes 1991 sein Heimatland nicht mehr betreten.

Prinz Asserate – oder Dr. Asfa-Wossen – war sehr erfolgreich und bekleidete verschiedene anspruchsvolle Positionen. von 1980 bis 83 war er Chef der Presseabteilung der Messe Düsseldorf. Seit 1985 arbeitet er als Unternehmensberater für Afrika und den mittleren Osten. 1994 gründete er  die Organisation „Orbis Aethiopicus“, Gesellschaft zur Erhaltung und Förderung der äthiopischen Kultur, die sich der Erhaltung und Pflege der äthiopischen Kultur, Denkmäler und der Weiterreichung der äthiopischen Geschichte an die neue Generation widmet. 2011 erhielt er den Walter-Scheel-Preis des Ministeriuems für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Seine Bildung, Klugheit und Intelligenz hat Prinz Asserate in mehreren, viel beachteten Büchern immer im Interesse seines Landes und Afrikas im Allgemeinen eingesetzt. 2010 erschien sein Buch „Afrika – die 101 wichtigsten Fragen und Antworten“. Auch in diesem, dem ersten Gespräch von vieren, geht es um die Probleme Afrikas und was Europa damit zu schaffen hat. Er gibt Einblicke in die Strukturen und die Gründe der Massenmigration aus Afrika. Die Armut, Hoffnungslosigkeit und die Bevölkerungsexplosion ist eine der Haupttriebfedern dafür. Afrika hat ca.1 Milliarde Einwohner, 85% davon sind jünger als 25 Jahre. Eine Verdoppelung der Bevölkerung für das nächste Jahrzehnt ist sichtbar.

„Die größten Exporteure von Migranten sind afrikanische Gewaltherrscher und Diktatoren, die dem eigenen Volk keine Hoffnung auf ein besseres Leben geben, obwohl einige Staaten wirtschaftliche Zuwächse vorweisen können.“ Dennoch hofieren die westlichen Politiker und Staatsoberhäuter diese Diktatoren um kurzfristiger Wirtschaftsvorteile willen.

In den vier Gesprächen mit Prinz Asserate über Afrika erfahren wir vieles, was wir sonst nicht wissen über Massenflucht, die Gründe und Möglichkeiten, mit dem Problem umzugehen. Wir hören Erstaunliches über Äthiopien und seine uralte Geschichte, über die urchristliche Religion Äthiopiens und die Verbindung zu König David und der jüdischen Religion und Geschichte. Und wie in den meisten großen Themen, die die Menschheitsgeschichte formen und prägen, spielen auch beim Thema Äthiopien die ganz großen, uralten, mythischen Ströme im Hintergrund und Urbewußtsein eine bestimmende Rolle. Wir reden in weiteren Gesprächen auch über die Pläne zur Wiedererrichtung des salomonischen Tempels, die zur Zeit mit aller Macht vorangetrieben wird. Auch hier spielt Äthiopien eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die alten Prophetien, die die Errichtung des Dritten salomonischen Tempels und des Weltmachtzentrums Jerusalem, das Erscheinen des Messias und des Mahdi und des Antichristen voraussagen, werden gerade mit Hochdruck umgesetzt.

Michels Salomon und Königin von Saba

Die Königin von Saba besucht König Salomon in Jerusalem. Die Bibel überliefert die Geschichte einer Königin des Südens im 1. Buch der Könige, 1-13; und im 2. Buch der Chronik, 9, 1-2. Die Erzählung ist zum ersten Mal in schriftlicher Form aus dem 8.-7. Jh. v. Chr. nachweisbar. Die grandiose Geschichte dieser Liebe wurde seitdem erzählt, gemalt, gesungen, als Oper aufgeführt und verfilmt. Die Legende ist als „Kebra Negast“ der Gründungsmythos der äthiopischen Kirche und der Salomonischen Dynastie.

 

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